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Sechs Fragen an Christoph Luchs

1. Was genau machst Du bei Cogneus?

Ich bin Inhaber und Geschäftsführer von Cogneus Design. Das bedeutet, ich bin verantwortlich für die Qualität aller kreativen Projekte, die Motivation des Teams und die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens.

2. Warum bist Du Grafik-Designer geworden?

Die Lust an der Veränderung. Schon als Jugendlicher fand ich das TV-Design der Tagesschau doof und hab auf Karopapier eigene Bitmapfonts gemalt. Mich hat es immer geärgert, wenn ich schlecht gemachte Dinge um mich hatte.

3. Was beeinflusst Dich bei Deinem kreativen Prozess für ein Projekt positiv oder auch negativ?

Positive Einflüsse sind besonders die Lust am Erschaffen und der kreative Geist im Team – auch zusammen mit dem Kunden. Wenn man auf derselben Wellenlänge liegt, können daraus fantastische Ideen entspringen, die sich auch realisieren und bezahlen lassen. Negativ hingesehen wirkt pauschale Kritik, hektische Änderungen im Projekt oder die Änderungen der Ausgangslage. Das kann jede noch so gute Idee im Keim ersticken.

4. Was macht für Dich (nach jahrelanger Erfahrung) den Reiz des Jobs aus?

Dinge erschaffen oder verändern zu können – und zwar so, wie man es im Moment des kreativen Prozesses für richtig hält. Zudem habe ich Einblicke durch meine Tätigkeit in Unternehmen gewinnen dürfen, die so niemals öffentlich in Erscheinung treten. Diese Erfahrung gebe ich gern weiter, an mein Team, an Praktikanten, Studenten im Netzwerk.

5. Welchen anderen Beruf hättest Du Dir für Dich noch vorstellen können? Hast Du verborgene Talente oder Leidenschaften, die ebenfalls eine berufliche Herausforderung für Dich dargestellt hätten?

Kreativ kann man in vielen Berufen sein, irgendetwas mit „Computer“ wäre es sicher geworden. Das Erklären von Dingen und Prozessen macht mir viel Spaß, daher bin ich auch als Videotrainer bei LinkedIn Learning aktiv. Ich schreibe gern und wenn alles klappt, werde ich auch mal etwas veröffentlichen.

6. Wenn Du die Zeit zurückdrehen könntest, würdest Du den Weg der Selbständigkeit noch einmal gehen oder nicht? Und warum?

„Das muss man wollen“ – heißt es für viele Aufgaben, die eine schwierige Ausgangslage haben. Die Selbstständigkeit gehört dazu. Steuern, Kreditprüfungen, Mahnungen, Vorauszahlungen, Formulare – als Selbstständiger wirst Du jeden Tag in Frage gestellt, auch gesellschaftlich.

Die Konkurrenz unter Kreativen ist allgegenwärtig. Kunden können nicht erkennen, woran sich gutes Design von schlechtem unterscheidet, entscheiden nach Preis oder machen es selbst. Entsprechend fällt das Design aus.

Noch einmal würde ich die Selbstständigkeit nicht wählen, dafür sind die Grundvoraussetzungen in Deutschland einfach zu schlecht.

Da ich mit dem Schwerpunkt „Interface Design“ 2006 angetreten bin, würde ich daher nicht die Zeit zurück– sondern um 10 Jahre vordrehen wollen. Vielleicht haben dann viele Kunden verstanden, warum sie digitale Medien benötigen.

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